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AUSSAGEN UND EMPFEHLUNGEN VON MENSCHEN MIT EINER BEHINDERUNG
Am internationalen Seminar "Tourismus für alle", das im Rahmen dieses Projekts "Disability and Freedom of Movement" am 4. und 5. Juni 1999 in Rom stattfand, fassten die behinderten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erfahrungen in folgenden Aussagen zusammen und äusserten einige grundsätzliche Empfehlungen:
Aussagen
- Menschen mit einer Behinderung sind die besten Experten, um über ihre Bedürfnisse zu sprechen.
- Behinderte Kunden werden oft als störend empfunden.
- Menschen mit einer Behinderung sind am besten imstande, vorhandene Informationen zu überprüfen, zu verbessern und zu erneuern.
- Manche Angestellte handeln in bester Absicht, sind aber nicht ausgebildet.
- Manche Angestellte sind nicht an behinderter Kundschaft interessiert, weil sie oft denken, sie verfügen nicht über genügend Geld.
- Hoteliers sind oft abgeneigt, behinderte Gäste zu beherbergen, weil sie befürchten, andere Gäste fühlten sich gestört (nähmen Anstoss daran). Einige Fluggesellschaften befolgen Regeln, die behinderte Menschen diskriminieren.
- Die Vorstellungen über "Zugänglichkeit" sind sehr unterschiedlich und werden oft falsch interpretiert.
Empfehlungen
- Alle Behinderungsarten sind zu berücksichtigten, nicht nur diejenigen von Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer.
- Ein grösseres Angebot zugänglicher Unterkünfte mit Selbstverpflegungsmöglichkeiten in allen Preiskategorien.
- Menschen mit einer Behinderung sind als Beraterinnen und Berater in allen Ausbildungsprogrammen einzusetzen, die speziell zur Verbesserung ihrer Situation entwickelt werden.
- Menschen mit einer Behinderung haben das Recht auf Unabhängigkeit, zum Beispiel auf aktive statt auf passive Mobilität (d.h. sich schieben lassen).
- Die Bedürfnisse und Wünsche von jeder einzelnen Person sind zu berücksichtigen.
Alle diese Empfehlungen gehen in dieselbe Richtung und drücken auf unterschiedliche Art einen einfachen Wunsch aus: Menschen mit einer Behinderung, welcher Art auch immer ihre Behinderung sei, fordern die gleiche Freiheit der Bewegung/Mobilität wie ihre nichtbehinderten Partner, die gleiche Freiheit der Auswahl in allen Bereichen. Menschen mit einer Behinderung betrachten sich als normale Kundinnen und Kunden und erwarten, dass sie mit Würde und Respekt behandelt werden.