Dieser Führer wurde für die Ausbildung von Fachleuten der Tourismusbranche konzipiert. Durch den Einbezug von Menschen mit einer Behinderung als Ausbilderinnen und Ausbilder lernen Touristikfachleute, die in ihrem Beruf oft in Kontakt mit behinderten Menschen kommen:
Orte, Plätze und Gebäude erreichen;
Touristikfachleute sind keine Experten, um die Zugänglichkeit öffentlicher und privater Räume für behinderte Menschen zu beurteilen, verkaufen sie doch in der Regel ein "pfannenfertiges" Produkt. Sie sollten jedoch verstehen lernen, welch entscheidende
Rolle eine barrierenfreie Infrastruktur für die Mobilität eines behinderten Menschen spielt, und lernen, was ein behinderter Mensch selbständig unternehmen kann, wann und wie ihm durch geeignete Massnahmen und Verhaltensweisen geholfen werden kann,
um so in bestmöglicher Weise seine Bedürfnisse während einer Reise zu erfüllen.
Nichtbehinderte Menschen finden in der Begegnung mit behinderten Menschen oft nicht die "richtige" Einstellung. Viele Nichtbehinderte neigen dazu, die behinderte Kundin resp. den behinderten Kunden als irgendwie verschieden von anderen zu betrachten; oft sind sie verlegen oder herablassend;
andere setzen Hilfe einfach als Notwendigkeit voraus, sie fragen nicht, ob diese erwünscht oder erforderlich ist; oder sie glauben, die Behinderung wirke sich auf die Fähigkeit des behinderten Kunden aus, dem Mitmenschen NORMAL zu begegnen.
Wenn wir diese Schwierigkeiten genauer betrachten, lassen sich Lösungen finden, um der behinderten Kundschaft eine qualitativ gleichwertige Dienstleistung und ein der Bezahlung angemessenes Produkt zu verkaufen.
Das Hauptziel der Arbeit der Expertengruppe ist das Konzept für ein modular einsetzbares Ausbildungsprogramm für Touristikfachleute in Europa. Das Nachschlagewerk analysiert die Bedürfnisse von Touristinnen und Touristen mit einer Behinderung und empfiehlt konkrete Massnahmen, wie ihre Forderungen in die Praxis umgesetzt werden können.
Während der Erarbeitung wurden die spezifischen Bedürfnisse behinderter Touristinnen und Touristen als Ausgangspunkt genommen. Die Ergebnisse sind als Empfehlung für die Ausbildung von Touristikfachleuten in Europa zu betrachten - eine Ausbildung, in die zukünftig Menschen mit einer Behinderung als aktive Ausbilderinnen und Ausbilder einzubeziehen sind.
Das Projekt setzt sich zum Ziel, bei Touristikfachleuten ein Bewusstsein für die spezifischen Bedürfnisse von behinderten Touristinnen und Touristen zu bilden, respektive zu schärfen; es unterstützt die Forderung behinderter Menschen nach gleicher Freiheit der Mobilität sowie ihre Teilnahme an allen touristischen Aktivitäten in den von ihnen gewählten Destinationen.
Ihre Hemmungen und Vorurteile gegenüber behinderten Touristinnen und Touristen abzubauen.
Die verschiedenen Behinderungsarten nach einheitlich benutzten Merkmalen zu unterscheiden.
Die Fähigkeiten und das Potential behinderter Menschen zu kennen.
Sich auf die besonderen Bedürfnisse behinderter Gäste einzustellen, sich "richtig" zu verhalten und zu handeln.