Präambel Inhalt Einleitung

GLOSSAR


Sehbehinderungen | Hörbehinderungen | Körperliche Behinderungen | Lernbehinderungen | Zugänglichkeit


Das folgende Glossar beschreibt in knapper Form und in allgemeinverständlicher Weise wichtige Merkmale von Behinderungsarten.

Sehbehinderungen

Sehbehinderungen können in jedem Alter auftreten. Sie können von Geburt an bestehen oder erworbener Natur sein. Im allgemeinen hängt der Grad der Sehbehinderung vom Ausmass der Sehschärfereduktion ab. Einige Augenerkrankungen verursachen besondere Formen der Begrenzungen des Sehfeldes (Tunnel- oder Teleskop-Effekt). Eine Sehbehinderung wirkt sich in drei Bereichen aus: Mobilität, Orientierung, Verständigung.

Menschen mit starker Sehbehinderung erlernen normalerweise Braille und profitieren von Schulungen, die den wirkungsvolleren Gebrauch der verbleibenden Sehfähigkeiten und die Verbesserung der Orientierungsfähigkeit, daher der Mobilität bewirken.


Hörbehinderungen

Ähnlich der Sehbehinderung können Hörbehinderungen auf jeder Altersstufe eintreten. Als Ursachen sind zu nennen: Erbfaktoren; morphologische Abweichungen, die seit Geburt bestehen; Missbildungen, die während der Geburt eintreten; spätere Einwirkungen (Umwelt und Verhalten).

Hörbehinderungen, die sich in einem frühen Stadium einstellen, haben für den betroffenen Menschen weitreichende Folgen: die Verzögerung der Sprech- und Sprachentwicklung. Viele Menschen mit Hörbehinderung haben Verständnisschwierigkeiten und oft auch Schwierigkeiten, die sprachliche Artikulation zu steuern.

Die einschneidenste Folge für Menschen mit einer Hörbehinderung ist ihre Isolation von der Umwelt.

In vielen Fällen lernen Menschen mit Hörbehinderung das Lippenlesen; es ermöglicht ihnen, die Botschaft des Gegenübers durch das Ablesen der Lippenbewegungen zu verstehen. Je nach Behinderungsart und dem Grad der Hörbeeinträchtigung verwenden sie eventuell Hörprothesen oder andere technische Hilfsmittel wie Lichtsignale, Fibrationsgeräte usw.


Körperliche Behinderungen

Die häufigste Behinderungsart stellt die Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten dar. Auch ihre Ursachen sind vielfältig: morphologische Erkrankungen oder Veränderungen des Skeletts, der Muskulatur, des Nervensystems oder Umwelteinflüsse (Unfälle etc.). Die Behinderung kann je nach Ursache kleiner oder grösser, zeitweilig oder dauerhaft sein.

Technische Hilfsmittel für die Fortbewegung und das Stehen, wie Stehhilfen, Stöcke und bei starken Einschränkungen Rollstühle, werden benutzt, um die Einschränkung wettzumachen.

Es gibt eine Vielzahl von Rollstuhltypen, um den jeweils spezifischen Ansprüchen der behinderten Benutzerin oder des behinderten Benutzers (mehr oder weniger) gerecht zu werden. Die drei wichtigsten Typen sind: der manuelle Rollstuhl, der von der Benutzerin resp. dem Benutzer selbständig und unabhängig bewegt wird; der manuelle Rollstuhl, der von einer Begleitperson geschoben wird; der Elektro-Rollstuhl, der der Benutzerin resp. dem Benutzer eigenständige Fortbewegung erlaubt. Die Handhabung und Manövrierung eines manuellen Rollstuhls auf grossen Distanzen verlangt beträchtliche körperliche Anstrengung. Daher ist es wichtig, dass Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer von einer grösstmöglichen Zugänglichkeit barrierenfreier Infrastruktur profitieren.


Lernbehinderungen

Es gibt Menschen, deren Lernbehinderung dauerhaft ist und nicht geheilt werden kann, da sie das Resultat einer Schädigung oder Fehlfunktion des Gehirns ist. Allgemein gesprochen, entwickelt sich ein lernbehinderter Mensch langsamer, seine Kenntnisse und Fertigkeiten sind kleiner als diejenigen eines Gleichaltrigen; er entwickelt sich in der Kindheit nicht gleich schnell wie andere Kinder und wird nicht die gleiche mentale Fähigkeit eines "nichtbehinderten Erwachsenen" erreichen.

Obschon Menschen mit einer Lernbehinderung, durch geeignete Unterstützung, ihr maximales Potential erreichen und ihren Beitrag im gesellschaftlichen Leben in bestmöglicher Weise leisten können, werden sie jedoch zeit Ihres Lebens in irgendeiner Weise auf die Hilfestellung anderer angewiesen sein.


Zugänglichkeit

Im Leitfaden wird der Begriff "Zugänglichkeit" verwendet. Aus der Perspektive behinderter Menschen bezeichnet dieser Begriff drei grundlegende Aspekte: Zugänglichkeit der gebauten Infrastruktur, Zugang zur Information und zur Kommunikation. Um das Gesagte an einem Beispiel zu verdeutlichen: „Zugang haben" bedeutet nicht bloss, einer Rollstuhlfahrerin oder einem Rollstuhlfahrer eine Rampe bereitstellen.

Zugänglichkeit meint also die Schaffung einer Infrastruktur, die von allen Menschen benutzt werden kann und in der sie sich, unabhängig von einer bestehenden körperlichen, sensorischen und psychologischen Behinderungen, wohlfühlen können. Das Wort "alle" umfasst die nichtbehinderten und behinderten Menschen ebenso wie ältere Menschen, schwangere Frauen, Familien mit Kleinkindern, Übergewichtige usw.

Eine Infrastruktur gilt dann als zugänglich, wenn alle Menschen